Le Havre
Marcel Marx (André Wilms),
früher Autor und wohlbekannter Bohemian, hat sich vor längerer Zeit in
sein frei gewähltes Exil, die Hafenstadt Le Havre, zurückgezogen. Hier
geht er inzwischen der ehrenwerten, aber nicht sonderlich einträglichen
Tätigkeit eines Schuhputzers nach. Der Traum vom literarischen
Durchbruch ist längst begraben und trotzdem führt er ein zufriedenes
Leben mit seiner Frau Arletty (Kati Outinen). Doch plötzlich
erkrankt Arletty schwer, gleichzeitig kreuzt das Schicksal seinen Weg in
Gestalt des minderjährigen Flüchtlings Idrissa (Blondin Miguel) aus Afrika. Und so ist Marcel gezwungen sich erneut gegen die menschliche
Gleichgültigkeit zu erheben. Seine einzigen Waffen sind sein
unerschütterlicher Optimismus und die ungebrochene Solidarität der
Mitbewohner seines Quartiers. Mit ihrer Hilfe tritt er gegen den
blindwütigen Machtapparat des Staates an, der die Schlinge um den
Flüchtlingsjungen immer enger zieht. Es wird Zeit für Marcel, seine
Schuhe zu polieren und die Zähne zu zeigen... Sonntag, 4. März - 20 Uhr |
Bezaubernde Lügen
Für die 30jährige Émilie (Audrey Tautou) ist ihr Friseursalon mehr als
nur ein Ort zum Haareschneiden.
Voller Wonne mischt sie sich in das Leben ihrer Kundinnen,
Angestellten und Freundinnen ein.
Und meistens tut sie es mit Erfolg, egal ob es um den richtigen
Schnitt oder Rat in Liebesfragen geht.
Nur ihrer Mutter Maddy (Nathalie Baye), die von ihrem Mann verlassen
wurde und ihre Lebensfreude verloren hat,
scheint sie nicht helfen zu können.. Eines Tages erhält Émilie
einen anonymen Liebesbrief – dass er von Jean (Sami Bouajila) stammt,
der als Hausmeister in ihrem Friseursalon arbeitet und zu schüchtern
ist, um sich ihr zu offenbaren, ahnt sie nicht.
Die gefühlvollen Zeilen beeindrucken Émilie so wenig, dass sie
kurzerhand im Papierkorb landen.
Doch dann kommt ihr eine Idee: Warum nicht ihrer Mutter eine Freude
damit machen? Gesagt, getan.
Maddy lebt wieder auf, als sie die scheinbar an sie gerichteten
Worte liest.
Doch Émilie freut sich zu früh über den Erfolg denn Maddy wartet
voller Sehnsucht auf weitere Zeichen von ihrem anonymen Verehrer... Sonntag, 11. März - 20 Uhr |
|
Faust
Venedig 2011: Der Goldene Löwe der Filmfestspiele geht an „FAUST“ von
Alexander Sokurow. In seiner Laudatio sagt Darren Aronofsky (BLACK
SWAN, THE WRESTLER), Präsident der Jury: "Es gibt Filme, die dich zum
Träumen, zum Weinen, Lachen und Nachdenken bringen, und es gibt Filme,
die dein Leben für immer verändern. Dies ist einer dieser Filme". Sokurows FAUST ist nicht nur die Verfilmung von Johann
Wolfgang von Goethes Klassiker, sondern auch eine radikale
Neuinterpretation des Mythos. In deutscher Sprache mit deutschen,
österreichischen und russischen Schauspielern, u.a. Johannes Zeiler
(Wiener Schauspielhaus) als Faust, Isolda Dychauk (BORGIA) als Gretchen,
Anton Adassinsky (DEREVO-Theater) als Wucherer/Mephisto und Hanna
Schygulla, gedreht, schuf Russlands Regiestar Alexander Sokurow einen
magischen und zugleich verstörenden Film. Einen FAUST, wie man ihn kennt
aber doch noch nie mit solcher Wucht auf der Leinwand gesehen hat. Dabei entstand Sokurows FAUST ganz ohne Filmförderung
mit einem Budget von rund 10 Mio. EURO. Gedreht in Tschechien und Island
ist FAUST einer der aufwendigsten Filme in Russlands Filmgeschichte.
Für die Kameraarbeit zeichnet Bruno Delbonnel (DIE FABELHAFTE WELT DER
AMELIE) verantwortlich. Sonntag, 18. März - 20 Uhr |
Mein liebster Alptraum
Sie (Isabelle Huppert) wohnt mit ihrem Lebensgefährten (André
Dussollier) und dem gemeinsamen Sohn in einem schicken Appartement
gegenüber vom Jardin du Luxembourg, dem früher königlichen, heute
staatlichen Schlosspark. Er (Benoît Poelvoorde) lebt mit seinem Sohn in
einem alten Lieferwagen oder findet bei weiblichen Bekanntschaften
Unterschlupf. Sie ist eine renommierte Galeristin, Chefin einer
angesehenen Sammlung moderner Kunst. Er lebt von Gelegenheitsarbeiten
und notfalls von der Wohlfahrt. Sie hat sieben Jahre lang an der
Universität studiert. Er hat fast sieben Jahre lang hinter Gittern
gesessen. Sie steht mit dem Kultusministerium auf du und du. Er ist
jedem alkoholischen Getränk zugeneigt, dessen er habhaft werden kann.
Sie genießt intellektuelle Debatten. Er liebt gelegentlichen Sex mit
vollbusigen Bettgenossinnen… Sie leben in zwei verschieden Welten
und können den Anblick des jeweils anderen nicht ertragen. Sie hätten
sich eigentlich nie treffen sollen, aber sie haben beide heranwachsende
Söhne, die trotz unterschiedlichster Herkunft die besten Freunde sind.
Und so kommen sich auch die Erwachsenen über alle gesellschaftlichen
Schranken hinweg näher – näher als sie es eigentlich wollten. Sonntag, 25. März - 20 Uhr |